Allein, aber nicht einsam.

Krankenhausseelsorgerin Pastorin Jutta Bilitewski freut sich über die frisch eingetroffenen Tablets.

Digitale Kontaktwege in Zeiten der Corona-Pandemie

„Aufgrund unseres Schwerpunkts der Alters- und Palliativmedizin sind unsere Patienten durch den Corona-Virus besonders gefährdet. Wir haben daher frühzeitig Schutzmaßnahmen ergriffen, um ein Corona-freies, sogenanntes ‚weißes Haus‘ zu bleiben. Schweren Herzens haben wir daher unter anderem einen Besucherstopp erlassen, zum Schutz unserer Patienten. Diese Maßnahme ist immer noch wichtig und richtig. Uns ist dabei sehr bewusst, dass die Patienten und auch die Angehörigen unter dem Besucherstopp leiden“, erklärt Dirk Beutin, Geschäftsführer des Sankt Elisabeth Krankenhaus Eutin.

Da kam das landesweite Projekt des Hospiz- und Palliativverband Schleswig-Holstein e.V., kurz HPVSH, gerade richtig. Um Risikopatienten Kontakte zu anderen Menschen zu ermöglichen, richtete der Verein in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen IT-Experten vor allem aus dem Umfeld des Instituts für Informatik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Tablet-Computer speziell so ein, dass durch einfachste Handhabung wenigstens ein digitaler Austausch schnell und unkompliziert stattfinden kann: Die Geräte schalten sich von allein an, wenn man sie hochhebt und aus, wenn sie hingelegt werden. Zudem errichtete der HPVSH eine Hotline-Struktur, sodass Bedienungsprobleme von einem ehrenamtlich tätigen IT-Team schnell gelöst werden können. Die Helfer können sich hierfür direkt auf das Tablet einloggen und unterstützen bei der Bedienung. 

SEK Tablets DSC00235 WebKurzentschlossen nahm das Sankt Elisabeth Krankenhaus Eutin mit dem HPVSH Kontakt auf und ist nun im Besitz von zehn eingerichteten Tablets. Die Kosten hierfür hat der Förderverein des Krankenhauses übernommen.

„Wir sind sehr froh, unseren Patienten und ihren Angehörigen, ehrenamtlichen Zeitspendern oder anderen Begleitern mit den Tablets eine Möglichkeit zu geben ‚von Angesicht zu Angesicht‘ miteinander zu sprechen. Vielen Dank an den HPVSH und den Förderverein für die Spende der Geräte“, freut sich Dirk Beutin.

Dr. Stephan Flader, Oberarzt Palliativzentrum Sankt Elisabeth Krankenhaus Eutin sowie Vorsitzender des Förderverein für Palliativmedizin e.V. ergänzt: „Die Idee, Patienten Tablets zur Verfügung zu stellen, sodass diese ihre Angehörigen sprechen und auch sehen können, hat den Vorstand des Fördervereins total begeistert. Wir sind dankbar für das Engagement und die Initiative der Initiatoren und empfinden es als riesige Hilfe und super Idee in der Patientenbegleitung, nicht nur für die Palliativstation.“

Ebenso empfindet es die evangelische Seelsorgerin des Hauses, Pastorin Jutta Bilitewski, die bereits im Vorfeld eine gute Erfahrung mit der digitalen Kontaktaufnahme machen konnte: „Bereits vor einer Woche konnte ich mit einem Tablet vom Hauptbereich Seelsorge der Nordkirche einer Patientin Videokontakt zu ihrem Sohn ermöglichen. Das hat sie emotional enorm unterstützt und aufgemuntert. Mit den zehn Tablets, die die Klinik über den HPVSH bestellen konnte, wird es noch einfacher sein, unsere Patienten in der Zeit des Besucherstopps zu unterstützen. Die emotionale Unterstützung durch geliebte Menschen, die liebevolle Berührung vom Ehepartner fehlt unglaublich, wenn man krank ist und nicht zuhause sein kann. Die Tablets ermöglichen uns zudem auch seelsorgerlichen Kontakt zu den Patienten, die einige Tage auf der Aufnahmestation verbringen müssen, bevor sie nachweislich frei von Corona auf die geriatrischen oder die palliative Station weitergeleitet werden.“

Auch die Vorsitzende der Hospizinitiative Eutin e.V., Brigitte Maas, sieht die Vorzüge dieser technischen Möglichkeit in der gegenwärtigen Situation und hat diese bereits in ihrem Verein kommuniziert. Aufgrund der engen und bewährten Zusammenarbeit mit dem Sankt Elisabeth Krankenhaus ist sie sich sicher, dass die Tablets auch demnächst in ihrer Arbeit eingesetzt werden.

„Alles in allem ist digitaler Kontakt besser als gar kein Kontakt zur Außenwelt, zumal wir unseren Patienten auf diese Weise trotz der Beschränkungen zu größtmöglicher Autonomie in diesen herausfordernden Zeiten verhelfen“, resümiert Dirk Beutin, während im Haus bereits die Tablets verteilt werden.

 

 

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